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SSRQ ZH NF I/1/11 52-1

Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, I. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Zürich. Neue Folge. Erster Teil: Die Stadtrechte von Zürich und Winterthur. Erste Reihe: Stadt und Territorialstaat Zürich. Band 11: Gedruckte Mandate für Stadt und/oder Landschaft Zürich, da Sandra Reisinger

Citazione: SSRQ ZH NF I/1/11 52-1

Licenza: CC BY-NC-SA

Münzmandat der Stadt Zürich

1738 febbraio 5.

Bürgermeister und Rat der Stadt Zürich verrufen die neuen Appenzeller Münzen.

Zu Beginn des Jahres 1738 liess die Stadt ZürichLuogo: AppenzellerLuogo: Münzen, welche von Karl Franz KrauerPersona: geprägt worden waren, verrufen. KrauerPersona: wurde 1691 als Sohn eines Münzmeisters in LuzernLuogo: geboren. Bis 1735 prägte er für PruntrutLuogo: , LuzernLuogo: und ObwaldenLuogo: Münzen, wobei er häufig das Feingewicht der Münzen herabsetzte, abgenützte Prägestempel verwendete und Münzen fremder Orte kopierte. Dies führte immer wieder zu Konflikten mit seinen Münzherren, zu kurzzeitigen Verhaftungen sowie zu Ungültigkeitserklärungen (Verrufen) seiner Münzen durch andere eidgenössischeLuogo: Orte. Hinzu kam, dass die Verpachtung der Münzprägetätigkeit an private Unternehmer (Münzadmodiation) von der eidgenössischen TagsatzungOrganizzazione: wiederholt verboten wurde.

Als 1735 sein Münzvertrag mit ObwaldenLuogo: endete, wandte sich KrauerPersona: an Appenzell InnerrhodenLuogo: , welches bisher noch keine eigenen Münzen geprägt hatte. Trotz mehrfacher Warnungen der eidgenössischenOrganizzazione: Tagsatzung bezüglich des Verbots der Münzadmodiation (EA, Bd. 7/1, Nr. 392u und EA, Bd. 7/1, Nr. 407c), schloss AppenzellLuogo: mit KrauerPersona: am 17. November 1737 einen Münzvertrag auf 15 Jahre ab. Darin war zwar festgehalten, dass KrauerPersona: mehr grobe Silbersorten als die lukrativen Scheidemünzen ausprägen sollte, aber es gab weder Vorschriften bezüglich Schrot, Korn und Quantitäten noch wurde ein Münzprüfer (Wardein) als Aufsichtsperson ernannt. Somit hatte KrauerPersona: weitgehend freie Hand in der Münzprägung. Zu den ersten ausgeprägten Münzen gehörten der Dukat, der 15-Kreuzer, der 6-Kreuzer und der 1-Kreuzer, welche alle auf dem vorliegenden Mandat abgedruckt sind. Der Stempelschneider war Jonas ThiébaudPersona: , was man am eingeprägten T erkennen kann. Bereits am 4. Januar 1738 wurde in einer Zürcher Ratssitzung festgehalten, dass die Appenzeller Münzen auf keinen Fall ins Zürcher Gebiet gelangen dürfen (StAZH B II 820, S. 7-8). Nichtsdestotrotz liess der ZürcherLuogo: Münzwardein Hans Heinrich ZieglerPersona: am 8. Januar eine Probe von den neuen Münzen durchführen, um deren Wert zu bestimmen (StAZH A 69.4). Der Landammann von AppenzellLuogo: sandte Bürgermeister und RatOrganizzazione: von ZürichLuogo: am 23. Januar einen Brief, worin er um die Akzeptanz der neuen AppenzellerLuogo: Münzen bat (StAZH A 69.4). Die Zürcher Ratsherren liessen sich aber nicht umstimmen und verordneten bereits am 5. Februar den Münzverruf, welcher in Form des vorliegenden gedruckten Mandats mit Münzabbildungen publiziert wurde (StAZH B II 820, S. 68-69). Der Grund dafür lag nicht nur im zu tiefen Wert der Scheidemünzen, sondern vor allem auch darin, dass sich AppenzellLuogo: trotz eidgenössischerOrganizzazione: Abschiede weiterhin nicht an das Verbot der Münzadmodiation hielt.

Obwohl verschiedene eidgenössischeLuogo: Orte und auch der ThurgauerLuogo: Landvogt (SSRQ TG I/5, Nr. 645 und 647) die AppenzellerLuogo: Münzen verriefen, konnte Karl Franz KrauerPersona: mit Unterbrüchen bis etwa 1743 für AppenzellLuogo: und kurzzeitig sogar nochmals für ObwaldenLuogo: Münzen prägen, wobei er immer wieder fremde Münzen kopierte und wiederholt die Vertragsbestimmungen missachtete. KrauerPersona: starb 1744 oder 1745, womit nicht nur die AppenzellerLuogo: und ObwaldnerLuogo: Münzprägungen eingestellt wurden, sondern auch die Münzmeisterdynastie der Familie KrauerOrganizzazione: endete (HLS, Krauer; Kunzmann 1983, S. 55-109; Tobler 1969, S. 12-39).

Zu den Hintergründen des zürcherischen Münzwesens im 17. und 18. Jahrhundert vgl. die Ausführungen zum Münzmandat von 1638 (SSRQ ZH NF I/1/11 20-1).

Testo editionale


Unsere gnaͤdige Herren Burgermeister und Rath der Stadt
ZuͤrichLuogo:
Organizzazione:
; haben erkennt, daß hieunten abgetruckt - sint kurtzem zum
Vorschein gekommene neue AppenzellischeLuogo: Muͤntzen, als namlich Ducaten, Fuͤnfzehen- Sechs- und ein
Creutzer-Stuck, sowohl wegen ihres ungleich erfundenen Halts, als aus andern erheblichen Ursachen
mehr in hiesiger Stadt und Gebieth gaͤntzlichen verrufft und verbotten seyn sollen. Zu dem Ende, und
damit maͤnniglich sich darnach zu richten, und sich selbst vor Verantwortung, Straff und Schaden zu
seyn wuͤsse, gegenwerthiges hiemit publicirt und offentlich angeschlagen wird.
Geben den 5ten Februarii 1738Data di origine: 5.2.1738.
Incisione su lastra di rame
Cantzley ZuͤrichLuogo: Organizzazione: .
[fol. v]Interruzione di pagina
[Nota dorsale sul verso inferiore a destra da una mano del secolo XVIII:]
AppenzellerLuogo: münz, so verueft