check_box_outline_blank zoom_in zoom_out
SSRQ SG III/4 256-1

Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, XIV. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons St. Gallen, Dritter Teil: Die Landschaften und Landstädte, Band 4: Die Rechtsquellen der Region Werdenberg: Grafschaft Werdenberg und Herrschaft Wartau, Freiherrschaft Sax-Forstegg und Herrschaft Hohensax-Gams, da Sibylle Malamud

Citazione: SSRQ SG III/4 256-1

Licenza: CC BY-NC-SA

Verordnung von Glarus betreffend die Fähren Burgerau, Trübbach und Bendern mit dem Lehenbrief der Fähre an der Burgerau

1793 maggio 14.

Johann Heinrich Freitag, Landvogt von Werdenberg-Wartau, urkundet, dass wegen des Streits zwischen der Fähre am Trübbach und bei Bendern Landammann und Rat von Glarus folgendes entschieden haben: Da die Schifffahrt in der Burgerau sicherer ist als am Trübbach und zu Bendern, soll das Mittelfahr in der Burgerau mit einem grossen und kleinen Schiff unabhängig von Bendern oder Trübbach als unabhängiges Lehen bestehen. Bei der Verleihung am Trübbach und zu Bendern muss jeder Ort jedoch nur die Hälfte des gewohnten Lehen- und Ehrschatzschillings entrichten. Burgerau muss die anderen beiden Hälften bezahlen. Damit sollen die beiden Fähren entschädigt werden mit dem Vorbehalt auf Änderungen Seitens Glarus. Darauf wird diese Verordnung Christian Saxer, Christian Schwendener und Hans Georg Schwendener, alle in der Burgerau wohnhaft, vorgelesen. Sie versprechen, diese zu befolgen und bitten um eine schriftliche Bestätigung zusammen mit ihren Lehenpflichten.

1. Die Lehenleute dürfen alles transportieren, wofür sie entlöhnt werden.

2. Sie dürfen bei Verlust ihres Lehens keine Fahrenden nach Werdenberg transportieren.

3. Sie sollen ihre Schiffe auf ihre Kosten in gutem Stand halten.

4. Falls bei niedrigem Wasserstand die Leute anstelle der Fähre über die Furten fahren, müssen sie trotzdem den Schifflohn bezahlen.

5. Wenn das Lehen von Bendern 1807 ausläuft, müssen die Fährleute der Burgerau die Hälfte des Ehrschatzes bezahlen. Das gleiche gilt für die nächste Verleihung der Fähre am Trübbach.

6. Das Lehen darf nicht verkauft, verpfändet oder sonst veräussert werden, ausser im Notfall. Dann soll es zuerst dem Landvogt, dann den Mitinhabern des Lehens und zuletzt einem Landmann von Werdenberg angeboten werden.

7. Sie dürfen nur mit Bewilligung das Landvogts neue Mitinhaber aufnehmen. Darauf haben die Fährleute einen Eid geschworen. Bei Zuwiderhandlung fällt das Lehen an Glarus zurück.

  • Collocazione: StASG AA 3 A 10-4, S. 4–6
  • Precedente collocazione: StASG AA 3 A 10-4
  • Data di origine: 1805 luglio 23 (ca.)
  • Tradizione: Abschrift, Heft (4 Doppelblätter) mit Umschlag
  • Supporto alla scrittura: Papier
  • Formato l × a (cm): 24.0 × 38.0
  • Lingua: tedesco
  • Scriba: Fridolin LuchsingerPersona: , alt Land- und Distriktgerichtsschreiber von Werdenberg

  1. Die FähreTermine: in der BurgerauLuogo: muss im ersten Viertel des 18. Jh.Data: 1.1.1701 – 31.12.1725 oder früher aus dem Bedürfnis entstanden sein, die ErnteTermine: von Werdenberger EigengüternTermine: auf der anderen Rheinseite nach WerdenbergLuogo: zu transportieren: Eine erste Klage gegen einen Fährbetrieb in der Au (BurgerauLuogo: ) findet sich 1731Data: 1731, als sich die FährleuteTermine: von HaagLuogo: und BendernLuogo: beschweren, dass Christian SpitzPersona: in der AuLuogo: ein SchiffTermine: unterhalte und entgegen den Verordnungen ihrer Lehenurkunde Personen befördere. Tatsächlich verfügen aber die Leute in der Au über eine obrigkeitliche Erlaubnis, die ihnen den Transport von Gütern gestattet, was sich aber bisher auf die Ernte von Gütern auf der anderen Rheinseite beschränkte und nicht für HandelswarenTermine: galt (LAGL AG III.2433:003).

  2. Die FähreTermine: in der BurgerauLuogo: wird wahrscheinlich 1767Data: 1767 erstmals auf 20 JahrePeriodo: 20 anni verliehen. Bereits zwei Jahre später, am 9. November 1769Data: 9.11.1769, kommt es zu einem SchiedsspruchTermine: des Landvogts von Werdenberg-Wartau zwischen den FährleutenTermine: von BendernLuogo: und den Fährleuten in der BurgerauLuogo: :

    1. Es darf in der BurgerauLuogo: kein grösseres SchiffTermine: eingesetzt werden als das gegenwärtige Schiff, das 18 Schuhe im Boden und 6 Schuhe in der Breite misst.

    2. Die beiden Burgerauer Fährleute dürfen alles transportieren. Der Schiffslohn des Säumers des Klosters Neu St. JohannLuogo: kommt jedoch immer den Fährleuten von Bendern zu, ungeachtet, wo dieser den RheinLuogo: passiert.

    3. Diese Übereinkunft soll 18 JahrePeriodo: 18 anni dauern oder bis zum Ende des Lehenbriefs, der 1767 auf 20 Jahre verliehen wurde.

    4. Die beiden Fährleute in der Burgerau müssen versprechen, die nächsten acht Jahre insgesamt 113 Gulden zu bezahlen. Innerhalb der übrigen 10 Jahre sollen sie die gleiche Gesamtsumme den Fährleuten von Bendern jährlich auf MartiniData: 11. novembre ebenfalls in bestimmten Raten bezahlen (LAGL AG III.2433:012).

  3. Im November 1790Data: 1.11.1790 – 30.11.1790 reichen die Fährleute von TrübbachLuogo: gegen diejenigen der BurgerauLuogo: Klage ein, worauf es am 16. November 1790Data: 16.11.1790 zu Verhandlungen kommt. Für die Fähre in Trübbach bedeutet die Fähre in der Burgerau als Afterlehen (Nebenlehen) der Fähre von BendernLuogo: ein grosser Nachteil. Die Fährleute wünschen deshalb die dortige SchifffahrtTermine: auf den Transport von Gütern für den Eigenbedarf zwischen den Herrschaften WerdenbergLuogo: und VaduzLuogo: zu reduzieren (LAGL AG III.2433:009; AG III.2433:010; AG III.2433:011). Als die Burgerauer nur noch Güter für Werdenberg transportieren, wehren sich jedoch nicht nur die WerdenbergerLuogo: HandelsleuteTermine: , sondern auch der Abt von Neu St. JohannLuogo: sowie die benachbarte Herrschaft Hohensax-GamsLuogo: gegen die Einstellung des grossen Schiffes sowie die Einschränkung der Transportware, da die Fähre in der Burgerau viel sicherer sei als diejenige bei Trübbach (LAGL AG III.2433:018; AG III.2433:019).

    Am 18. Oktober 1791Data: 18.10.1791 erlaubt der Landvogt von Werdenberg-Wartau den weiteren Betrieb der Fähre, bis ein definitiver Entscheid von GlarusOrganizzazione: vorliegt (LAGL AG III.2433:021). Auf weitere Beschwerden Seitens der Fähre bei Trübbach, dass die Burgerau weiterhin Waren aus dem ReichLuogo: und aus GraubündenLuogo: mit grossen Schiffen transportiere sowie weiteren Verhandlungen Anfang des Jahres 1793Data: 1793, entscheidet der Landvogt, dass die SchifffahrtTermine: in der Burgerau beim nächsten Verfall der Fährlehen in den Stand eines eigenständigen LehensTermine: versetzt werden solle und der EhrschatzTermine: der bisherigen Fähren herabgesetzt werden müsse (LAGL AG III.2433:025). Als die drei Interessenten im Mai 1793 bei der Neuverleihung der Fähre bei TrübbachLuogo: trotz Anpassungen ihre Bewerbung zurückziehen, beschliesst der Landvogt, das Lehen den Fährleuten von der Burgerau zu übertragen (LAGL AG III.2433:040). Einige Tage später stellt GlarusOrganizzazione: die hier edierte Verordnung auf und verleiht die Fähre an der Burgerau auf 20 Jahre. Die Verleihung der Fähre am Trübbach wird am gleichen Tag denselben drei Fährleuten verliehen (StASG AA 3 A 10-4, S. 1–3). Zu diesem Konflikt vgl. weitere Akten im Dossier LAGL AG III.2433.

  4. Zur FähreTermine: zwischen HaagLuogo: und BendernLuogo: vgl. SSRQ SG III/4 123-1; SSRQ SG III/4 132-1; SSRQ SG III/4 152-1; zur Fähre am SchollbergLuogo: bei TrübbachLuogo: vgl. SSRQ SG III/2, Nr. 80; SSRQ SG III/2, Nr. 154b; zu den Fähren im RheintalLuogo: vgl. SSRQ SG III/3, Nr. 21 und 210; vgl. auch die Verfügung an die Schiffleute der Fähren HaagLuogo: , BurgerauLuogo: und TrübbachLuogo: über das Verhalten bei Truppenansammlungen in LiechtensteinLuogo: 1796Data: 1796 (StASG AA 3 A 10-6).

Testo editionale


Copie
der fahr lehen briefenTermine:
am TrübenbachLuogo: und in der BurgersauwLuogo:
von anno a1796Data di origine: 1.1.1796 – 31.12.1796

[p. 1]Interruzione di pagina [p. 2]Interruzione di pagina [p. 3]Interruzione di pagina [...]Irrilevanza editoriale1
[p. 4]Interruzione di pagina
Abschrift
des fahrlehen briefesTermine: in der BurgersauweLuogo: de datto 14. may anno 1793Data di origine: 14.5.1793 (),
wovon der original brief anno 1798Data di origine: 1.1.1798 – 31.12.1798 an die verwaltungskammerTermine: des cantons LinthLuogo:
übersandt worden, in deren archiveTermine: derselbige befindlich ist.

Ich, Johann Heinrich FreytagPersona: , deß hochloblichen standes GlarusOrganizzazione: , der zeit regierender landtvogt der grafschafft Werdenberg und herrschaft WarthauwLuogo: , urkunde und bekenne
offentlich im craft gegenwärtigem brief, daß bey einigen jahren hero zwischen denen fahrenTermine: am
TrübenbachLuogo: und deme zu BänderenLuogo: streit und mißverstand sich ereignet wegen der mittel schiffarthTermine: in
der BurgersauweLuogo: , welche durch nachsicht bis dahin den lehenzinßTermine: nur denen fehrenTermine: zu BänderenLuogo: erstattet2
und dabey die TrübbacherLuogo: schiffarthTermine: an ihrem verdienst eben so viel abbruch erlitten als die zu BänderenLuogo: ?Sic Gegen welche einseitige verlehnungTermine: die fehrenTermine: am TrübenbachLuogo: eintrag und widerred gethan haben mit dem vortrag, daß entweders diesere mittel schifarthTermine: gänzlich aufgehoben
oder aber dem TrübbacherLuogo: die entschädigung dafür verschaft werden möchte. In dieser absicht
sind verschidene versuche zu gütlicher vereinbahrung unter allen dreyen theilen gemacht worden.
Weile aber selbige von keinem erfolge gewesen, als haben hierüber, um diseren streitigkeiten
für jezt und in zukonft ein ende zu machen, meine gnädige herren und oberen, landtamman
und rath zu Glarus
Organizzazione:
, kraft hoher landes- und lehenherrlicher befüegsamme, nach erdaurung alles
deßen, was von zeit zu zeit, theils von allen drey theilen, theils von unseren lieben angehörigen
der grafschaft Werdenberg
Organizzazione:
bitt und vorstellungsweise an hochdieselben gekommen ist, den
9./20. merzData di origine: 20.3.1793 () letstabgewichen, einmüthig erkent und vestgesezt: ?Sic3

Weile die schiffarthTermine: in der BurgersauwLuogo: zufolge vieljähriger erfahrung in allen
absichten sicher, guth und nöthig seye, in demme öfters beschehen, das man am TrübenbachLuogo: und
zu BänderenLuogo: wegen RheinLuogo: größe und windTermine: nicht hat gefahren werden können, man in der
BurgersauweLuogo: gefahren und denen reisendenTermine: leüthen für ihre persohnen und bey sich gehabten
waarenTermine: und gütterTermine: aus der noth geholfen worden ist, als solle bemeldtes mittelfahrTermine: in der
BurgersauweLuogo: Eliminazione tramite cancellazione/rasatura del testo (4 parole)b mit einem großen und kleinen schiffeTermine: hinfüro von beyden
anderen fährenTermine: am TrübenbachLuogo: und zu BänderenLuogo: ohnabhängig und auf freyen fuß gesezt,
unter hochheitlicher protection genohmen seyn und heißen, jedoch die fehrenTermine: und lehenleütheTermine: deßelbigen dagegen schuldig und pflichtig seyn, bey jedermahliger verlehnungTermine:
beyder schiffahrtenTermine: am Trüben bachLuogo: und zu BänderenLuogo: an jedem orthe die helfte ihres gewohnten
lehenTermine: und ehrschaz schilligsTermine: für die bestimmte zeit zutragen und dem jedesmalen betrefenden
landtvogt c zu erstatten. Hiermit auf solche weise die fehrenTermine: am TrübenbachLuogo: und zu
BänderenLuogo: entschädiget werden, jedoch mit dem ausdrukenlichen anhang, das im fahl
unvorhersehende umstände, aufstößeTermine: und ereignise wider erwarten sich zeigen würden,
meine gnädige herren und oberen zu GlarusOrganizzazione: die unbeschränkte lehenherrliche dispositionen
und verfüegungen ihnen vorbehalten, zwarn allezeit in dem verstand, das die darunter
leidenden nach billichkeiten wurden betrachtet und entschädiget werden.

Hierauf sind die diesmahligen fehrenTermine: der BurgersauwerLuogo: schiffarthTermine: mit nammen
lieutenantTermine: Christian SaxerPersona: , Christian SchwendenerPersona: und Hanß Geörg SchwendenerPersona: , alle
drey in der BurgersauweLuogo: wohnhaft, vorgeforderet, und ihnen disere verordnungTermine:
vorgelesen worden, welche sie auch zubefolgen versprochen und dabey mich in aller unterthänigkeit gebätten haben, das ich ihnen hierüber solche verordnung nebst ihren fehrpflichtenTermine: in schrift verfaßet, mit meinem ambts insigel verwahret, ertheilen und
zustellen möchte.

Auf disere, ihre bitte hin ertheile ich hiermit in kraft diesere briefes zufolge
habendem auftrag und gewalt im nammen meiner gnädigen herren und oberen zu GlarusOrganizzazione:
denen obbesagten fehrenTermine: in der BurgersauweLuogo: (jedoch unter dem feyrlichen vorbehalt
obbemeldter, unbeschränkter lehenherrlichen verfüegungen) die rechte und die freyheit [p. 5]Interruzione di pagina
in der BurgersauweLuogo: , an dennen orthen, wo sie und ihre vorfahrende schiffleütheTermine: und
fehrenTermine: schon bey viele der jahren die schiffarthTermine: gehalten haben mit einem genügsammen
großen und kleineren schiffeTermine: , alles dasjenige, was an dieserer fahrTermine: freywillig kommen mag,
hin und her über den RheinLuogo: zuführen, es mag nammen haben, wie es will, und sollen sie
pflichtig und schuldig seyn zu führen, was an ihr fahr kommen thut, in dieser absicht alle zeit
an einem morgenTermine: bey guter, früher tages zeitTermine: am RheinLuogo: zu seyn und am abendTermine: zu verharren,
daß man noch mit reisenden leüthen woll tagszeit über RheinLuogo: fahren kan, ungefahrlich.
Doch daß jeder schuldig seye, ihnen einen zimlichen lohnTermine: zuzahlen, wie er bis dahin
geübt worden und ihnen hierüber eine eigene lohnordnungTermine: zu gestelt ist, deren
gemäß sie sich verhalten sollen, vorbehalten arme leütheTermine: , die nit ein pfennig haben
und genug thun darum, um gottes willen. Deßgleichen unserer gnädigen herren landtvögteTermine: ,
anwäldTermine: und ambtsleütheTermine: vergebens und umsonst führen und fürderen ohne klag, so
wohlen auch das gesindTermine: ohne lohnTermine: .
Fehrners sollen die fehrenTermine: keine ziginerTermine: oder
heidenTermine: auf unsere seithen hinüberführen bey verlust des lehensTermine: . Und wann aber deren
auf unserer seithen ankomen, sollend sie dann selbige von stund an auf die
andere seiten führen und das ohne verzug.

Auch sollen sie jederzeit große und kleine schiffeTermine: in ihren kösten wohl auf-
und in ehren erhalten, damit die leütheTermine: , waagenTermine: , gütherTermine: und vieheTermine: allezeit sicher
geführt werden können, danne mgdmeine gnädigen herren herren und oberen noch das land allhier weder
an holzTermine: noch anderm keine köstenTermine: zu tragen schuldig sind.
Wann es sich auch begeben solte,
daß bey kleinem waßerTermine: jemand durch die fuhrtenTermine: des RheinsLuogo: in dieser gegend
reithen oder fahren wurde mit waagenTermine: oder anderem, sollen dieselben nichts desto
weniger denen fehren lohnTermine: zu geben schuldig seyn, wie selbiges in der verordnungTermine: 4
bestimmt ist.
Und wann die lehenzeitTermine: des fahrsTermine: zu BänderenLuogo: ausgeloffen ist, welche
auf AndreastagPersona: anno 1807Data di origine: 30.11.1807 erfolget, so sollen sie oder ihre erben und nachkommen
danzumahlen schuldig seyn, bey derselben verlehnungTermine: auf die 20 folgenden
jahre
Periodo: 20 anni
hin die helfte deßelbigen ehrschazTermine: ald lehen schilligsTermine: , so sie gewohnt gewesen
zuzahlen, demme zur selbigen zeit regierenden landtvogt erstatten und die fehren
zu BänderenLuogo: darum erleichteret werden. Gleichwie dermalen bey der TrübenbacherLuogo:
verlehnungTermine: 5 für die jezt folgenden zwanzig jahrePeriodo: 20 anni auch beschehen ist. Und wann danne
auch diesere zeit widerum ausgeloffen, so sollen sie oder ihre erben und nachkommen
zu gleicher zeit widerum schuldig seyn, das nemliche zuerstatten und zu leisten, wie
dermahlen und im anfang des briefs gemeldt worden, nach welcher erstattung
ihnen oder ihren nachkommenden auf wohl verhalten hin disere schiffahrtTermine: widrum
verlihen und zugeschriben werden solle.
Auch sollen sie nicht befügt seyn, dies,
ihr fahrTermine: ald fahrrechtTermine: , jemandem zu verkauffenTermine: , zuverpfändenTermine: oder sonsten zuveräußeren, es seye danne, daß einer ald der andere unter ihnen ald ihre erben
es nothdurft halber thun müßten, so solle es ihnen in solchem fahl zugelaßen seyn,
jedoch das sie zuerst solches dem jederweiligen landtvogt eröfnen und anbieten
sollen und danne zweitens an seine mitgenoßenTermine: , die antheil am fahrTermine: haben,
und wann danne diesere selbiges nicht annehmen wolten, so mögen sie es hernach
einem anderen grafschaftsmannTermine: in WerdenbergLuogo: anbieten, weiters aber nicht.
[p. 6]Interruzione di pagina
Auch sollen sie ohne wüßen und einwilligung eines jederweiligen landtvogts
keine andern mittgenoßenTermine: annehmen, was danne aber mit solcher bewilligung
geschiehet, so wohl im verkauffen, veräußeren oder mitgesellen anzunehmen, solle
dannzumahlen auf befehl des landtvogts durch den jedermahligen landschreiberTermine: und
niemand anderst eingeschriben werden.

Auf welches hin die benannten fehrenTermine: einen gelehrten eidTermine: zu gott
geschworen, demme bestermöglichkeit nachzukommen, getreülich und ungefahrlichen.

Wann aber der eine ald der andere in obbeschribenen stukhen sich versehen
und verfählen wurde, so ist sein antheil fahrrechtTermine: verwirkt und verfallen und mag
solches widrum verlihen werden. So die fehrenTermine: aber dieserm getreülich nachkommen
und sich demme gemäß betragen, so wollen meine gnädige herren und oberen sie und
ihre nachkommen bey dieserm fahrTermine: und fahrrechtTermine: gnädiglich handhaben, schüzen
und schirmen.

Deßen zu wahrer sicherheit und vestem urkund hat zu anfangs
hochehren bemeldter herr landtvogt im nammen seiner gnädigen herren von GlarusOrganizzazione:
und ihren nachkommenden unter nochmahliger bestätigung deß im anfang gemachten feyrlichen vorbehalts und an der lehenschaftTermine: und ferneren recht und gerechtigkeit,
auch ihnen und ihme und seinen erben und nachkommenden in allweeg ohne schaden,
sein anerbohren ambts insigil offentlich auf diesen brief gedrukt, der geben
ist auf dem schloß WerdenbergLuogo di origine: , samstags, den 14ten may, nach der gnadenreichen gebuhrt und menschwerdung unsers lieben herrn und heilands, Jeßu
Christi
Persona:
, gezelt eintausend sibenhundert und darnach im drey und neünzigsten
jahr 1793
Data di origine: 14.5.1793 ()
.

(Signe) Fridolin LuchsingerPersona: , landtschreiberTermine: .

Dem original gleichlautend abgeschriben worden von
Fridolin LuchsingerPersona: ,
altlandt-Termine: und distrikt gerichtsschreiberTermine:
zu WerdenbergLuogo: .
[p. 7]Interruzione di pagina [p. 8]Interruzione di pagina [p. 9]Interruzione di pagina [p. 10]Interruzione di pagina [...]Irrilevanza editoriale6
|Interruzione di pagina
[Nota dell'archivio nella parte superiore della copertina:] 1793, No 4

Annotatione

  1. Aggiunta al di sopra della riga da una mano più recente: 1787Data di origine: 1.1.1787 – 31.12.1787–.
  2. Eliminazione tramite cancellazione/rasatura del testo (4 parole).
  3. Soppressione: z.
  1. S. 1–3: LehenurkundeTermine: der FähreTermine: am TrübbachLuogo: vom 14. Mai 1793Data: 14.5.1793 ().
  2. Vgl. dazu Kommentare 1 und 2.
  3. Der Schreiber kennzeichnet die einzelnen Abschnitte häufig mit einem «?». Diese werden im Folgenden der Lesbarkeit halber nicht wiedergegeben.
  4. Vgl. SSRQ SG III/4 188-1.
  5. Die Fähre am Trübbach wird gleichentags an dieselben drei Lehennehmer verliehen (StASG AA 3 A 10-4, S. 1–3).
  6. S. 7–8 folgt die LehenurkundeTermine: der Fähre von BendernLuogo: vom 30. November 1787Data: 30.11.1787 sowie S. 9–10 fünf Bescheinigungen zur Verleihung der Fähre von Bendern zwischen 1789Data: 1789 und 1805Data: 1805.